Der Lechweg vom Arlberg ins Lechtal
Der Lechweg ist ein Weitwanderweg von rund 125 Kilometern. Er startet am Formarinsee auf 1.793 Metern und endet am Lechfall in Füssen auf etwa 800 Metern. Unterwegs quert er fünf Regionen und zwei Länder, von Vorarlberg über Tirol bis ins Allgäu.
Eröffnet wurde der Weg im Juni 2012, zusammen mit der Hängebrücke in Holzgau. Er trägt das Prädikat Leading Quality Trail, Best of Europe. Die Tourismusverbände teilen ihn je nach Tempo in sechs, sieben oder acht Etappen.
Der Fluss selbst ist 255 Kilometer lang und mündet unterhalb von Donauwörth in die Donau. Das Tiroler Lechtal misst rund 75 Kilometer. Im Norden stehen die Allgäuer Alpen, im Süden die Lechtaler Alpen.
Seit 2004 schützt der Naturpark Tiroler Lech die Flusslandschaft. Auf den Kiesbänken wächst die Deutsche Tamariske, ein Strauch, der offene Schotterflächen braucht. Lechtal Tourismus beschreibt den Lech als letzten Wildfluss der nördlichen Kalkalpen.
Wann der Lechweg offen ist
Die beste Zeit liegt zwischen Juni und Mitte Oktober. Ab Steeg können Sie schon ab Mitte Mai losgehen, wenn Sie den hohen Abschnitt am Formarinsee auslassen. Der Wanderbus fährt von Mitte oder Ende Juni bis Anfang Oktober.
Die ersten fünf Etappen auf einen Blick
Die oberen Etappen liegen nah genug an Stuben, um sie einzeln als Tagestour zu gehen. Sie fahren morgens zum Start und mit dem Bus zurück zum Auto. Die Zahlen stammen von Tirol Werbung.
| Etappe | Strecke | Länge | Aufstieg | Abstieg | Höchster Punkt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Formarinsee nach Lech | 14,4 km | 75 m | 493 m | 1.871 m |
| 2 | Lech nach Warth | 10,6 km | 381 m | 339 m | 1.532 m |
| 3 | Warth über Lechleiten nach Steeg | 15,4 km | 201 m | 570 m | 1.571 m |
| 4 | Steeg über Holzgau nach Bach | 15,4 km | 450 m | 507 m | 1.303 m |
| 5 | Bach nach Elmen, Abstecher nach Elbigenalp | 14,9 km | 207 m | 241 m | 1.199 m |
Alle fünf Etappen gelten als mittelschwierig. Die erste führt fast nur bergab, die vierte hat mit 450 Höhenmetern den meisten Anstieg. Wer nur einen Tag hat, wählt Etappe 4: Hängebrücke, Wasserfall und Holzgau liegen auf einer Strecke.
Formarinsee und das Quellgebiet des Lech
Der Formarinsee liegt auf 1.793 Metern im Lechquellengebirge, auf dem Gebiet der Gemeinde Dalaas. Rund zwei Kilometer nördlich steht die Rote Wand. See und Berg wurden 2015 in einer ORF-Sendung zum schönsten Platz Österreichs gewählt.
Eine einzelne Lechquelle gibt es nicht. Formarinbach und Spullerbach fließen zusammen und bilden den jungen Lech. In der Nähe lebt eine der größten Steinbockkolonien Europas, die Gipfel ringsum reichen bis 2.700 Meter.
Mit dem eigenen Auto kommen Sie nicht an den See. Sie fahren von Stuben über den Flexenpass nach Lech, das sind rund 11 Kilometer. Vom Rüfiplatz beim Dorfbrunnen fährt der Wanderbus 707 hinauf. Mehr über den Ort lesen Sie auf unserer Seite über Lech am Arlberg.
Zurück gehen Sie auf Etappe 1, fast nur bergab bis Lech. Einkehren können Sie im Gasthaus Älpele und im Fischerwirt in Zug. Planen Sie für die 14,4 Kilometer rund fünf Stunden ein.
Von Lech über Warth ins Tiroler Lechtal
Nach etwa zwei Dritteln der zweiten Etappe blicken Sie in die Lechschlucht. Dort ist der Steig stellenweise schmal und steil. Nach der Geißbrücke steigt der Weg stetig an, quert den Grenztobel zwischen Lech und Warth und erreicht den Seebachsee am Ortseingang von Warth.
Warth liegt auf 1.495 Metern und ist die höchstgelegene Gemeinde Vorarlbergs. Walser aus dem Wallis siedelten hier um 1280 bis 1300. Im Dorf steht die höchstgelegene Sennerei mit Metzgerei des Landes. Im Winter ist Warth Teil des Skigebiets, mehr dazu unter Warth-Schröcken. Hinter Warth geht es über den Hochtannbergpass in den Bregenzerwald.
Gleich hinter Warth beginnt Tirol. Etappe 3 führt über einen Panoramaweg mit Blick ins Lechtal nach Lechleiten. Danach wird das Tal eng und teils schluchtartig. Über die Kehren der alten Bundesstraße geht es hinunter zum Fluss, am Ufer entlang bis zur Brücke nach Steeg.
Steeg, das erste Dorf im Tiroler Lechtal
Steeg liegt auf 1.122 Metern und ist der erste Ort im obersten Tiroler Lechtal. Urkundlich erwähnt wird es 1427 als Steg, nach einem Übergang an einer engen Stelle des Lech. Die ersten Siedler waren Walser vom Tannberg.
Zur Gemeinde gehören auch Hägerau, Lechleiten, Hinterellenbogen und Dickenau. Lechleiten und Gehren haben eine Postanschrift von Warth. In Steeg endet offiziell der Lechradweg, und hier steht die zentrale Molkerei für das obere Lechtal.
Holzgau und die Hängebrücke über die Höhenbachschlucht
Holzgau liegt auf 1.114 Metern, mit 388 Einwohnern. Im Ortskern sehen Sie spätbarocke Lüftlmalereien an den Häusern. Die reich verzierten Fassaden zeugen von den früheren Handelsbeziehungen der Holzgauer.
Über der Höhenbachschlucht hängt die Holzgauer Hängebrücke: 200,5 Meter lang, 1,20 Meter breit, 110 Meter über dem Grund. Sie wurde 2012 eröffnet und war zeitweise die längste und höchste Seilhängebrücke Österreichs. Der Weg beginnt bei der Kirche.
- Eintritt: 2 Euro, in Münzen an Säulen am Zugang, ohne Wechselgeld
- Ausgangspunkt: Kirche Holzgau
- Auf dem Lechweg: Variante auf Etappe 4, nur ohne Höhenangst empfohlen
- Unter der Brücke: der Weitwanderweg E5 durch die Schlucht
Wer nicht über die Brücke will, geht den ursprünglichen Weg durch die Schlucht. Er führt am Simms-Wasserfall vorbei. Den Fall ließ der Engländer Frederick R. Simms Ende des 19. Jahrhunderts anlegen, er kam als Jagdgast nach Holzgau. Heute führt ein Klettersteig direkt darüber.
Bach und Elbigenalp: Seitentäler, Schnitzkunst und die Geierwally
Bach und das Madautal
Bach liegt auf 1.070 Metern. Am Eingang zum Madautal steht die Klotzkapelle aus dem Jahr 1900. Das Seitental gilt als wild und kaum erschlossen. Der Modertal-Wasserfall ist auf Etappe 4 ein Abstecher, danach führt der Weg durch die Modertalschlucht über Seesumpf nach Bach.
Die Jöchelspitzbahn bringt Sie auf die 2.226 Meter hohe Jöchelspitze mit dem Heuberg-Museum. Von der Bergstation führt der Lechtaler Panoramaweg zur Bernhardseckhütte. Einige der höchsten Gipfel der Lechtaler Alpen besteigen Sie direkt ab Bach und Stockach.
Elbigenalp, Geburtsort der Geierwally
Elbigenalp liegt auf 1.039 Metern, ungefähr in der Mitte des Lechtals. Hier wurde 1841 die Malerin Anna Stainer-Knittel geboren. Mit 17 Jahren seilte sie sich zu einem Adlerhorst ab. Daraus wurde der Roman über die Geierwally von Wilhelmine von Hillern.
Im Bernhardstal steht die überdachte Geierwally-Freilichtbühne. Im Dorf hat die Schnitzschule ihren Sitz, deren Wurzeln auf eine Zeichenschule von Johann A. Falger zurückgehen. Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde von 1664 bis 1674 gebaut. Lechtal Tourismus hat sein Büro in Elbigenalp, Dorf 46.
Anreise ab Stuben: Auto, Bus und Gepäck
Der kürzeste Weg ins Lechtal folgt im Sommer einer einzigen Straße. Von Stuben geht es auf der L 197 zur Alpe Rauz, dann auf der L 198 über den Flexenpass durch Zürs, Lech und Warth. In Tirol heißt sie B 198 und führt als Lechtalstraße bis Reutte.
| Ziel | Strecke ab Stuben | Fahrzeit ohne Verkehr |
|---|---|---|
| Lech (Ortsmitte) | 11 km | ca. 15 Minuten |
| Warth | 18 km | ca. 23 Minuten |
| Steeg | 29 km | ca. 31 Minuten |
| Holzgau | 33 km | ca. 37 Minuten |
| Bach | 39 km | ca. 43 Minuten |
| Elbigenalp | 42 km | ca. 47 Minuten |
| Reutte | 77 km | ca. 80 Minuten |
Die Werte sind mit OpenStreetMap-Daten berechnet. Auf Passstraßen mit Radfahrern und Wohnmobilen brauchen Sie meist länger. Rechnen Sie im Sommer mit einem Puffer.
Zwischen Lech und Warth ist die Straße im Winter gesperrt, etwa von Anfang Dezember bis Ende April. Der kurze Weg ins Lechtal ist also eine Sommerroute. Die Strecke ab Bahnhof Langen und weitere Wege zu uns stehen unter Anreise nach Stuben.
Mit Bus und Gepäckshuttle
Von Mitte oder Ende Juni bis Anfang Oktober fährt ein Wanderbus entlang des ganzen Lechwegs. Alle Orte am Weg sind an den Bus angebunden, im Tiroler Teil fährt der Lechtalbus. Prüfen Sie den Fahrplan vor dem Start, vor allem für die letzte Fahrt zurück.
Wer mehrere Etappen am Stück geht, kann das Gepäck mit einem Transportdienst vorausschicken. Ein Stück darf bis 20 Kilogramm wiegen, gebucht wird spätestens zwei Tage vorher. Das Wetter am Arlberg sehen Sie vor dem Aufbruch auf Arlberg live.
Das Chalet Mondschein als Basis für Lechtal und Lechweg
Ski-Hotel und Arlberg Motel sind im Sommer geschlossen. Das Chalet Mondschein mit privaten Spa-Suiten ist das ganze Jahr offen. Es hat sechs private Spa-Suiten, je nach Suite mit Sauna, Infrarotkabine oder Whirlpool, einige mit Kamin. Ihr Auto parken Sie direkt beim Chalet.
Das passt zu einem Wandertag: morgens ins Lechtal, nachmittags zurück in die eigene Spa-Suite. Check-in ist ab 15:00 Uhr, Check-out bis 11:00 Uhr. Stuben liegt auf rund 1.400 Metern, die Nächte sind auch im August kühl.
Für Sommergäste gibt es Pakete mit mehreren Nächten, Frühstück auf der Suite und Wanderungen. Was gerade buchbar ist, steht bei unseren Angeboten für den Sommer.
Eine ehrliche Einschränkung: Wer den Lechweg Etappe für Etappe bis Füssen gehen will, übernachtet besser in den Orten am Weg. Für Tagestouren auf den oberen Etappen ist Stuben eine ruhige Basis. Was das Dorf selbst im Sommer bietet, lesen Sie unter Stuben am Arlberg. Freie Suiten und Preise sehen Sie direkt unter Chalet-Suite buchen.
Foto: Stuben Tourismus