Was Sie über uns wissen sollten

Mit Romantik hatte der Name Mondschein nichts zu tun, ganz im Gegenteil:
Auf den Mondschein warteten einst im Winter die Fuhrleute, wenn sie bei Lawinengefahr den Arlberg passieren wollten. Und viele haben in diesem Hause gewartet, weil es ein paar Jahrhunderte lang das letzte Wirtshaus vor dem letzten und langen Steilstück des Passes war.

Vielleicht aber ist just im Jahre 2005 die Romantik in dieses alte, sehr ehrwürdige Haus eingezogen, wie das folgende wahre Märchen beweisen kann: Bekannt, ja berühmt gemacht wurde der Gasthof Mondschein von seinem Patron Werner Walch, den man bereits vor Jahrzehnten den Bocuse vom Arlberg nannte, weil er die Nouvelle Cuisine importierte, daraus den eigenen Mondschein – Stil entwickelte, natürlich auch einer der ersten Sommerliers am Arlberg war.

Als dieser stattliche silberhaarige Patron über 70 Jahre alt wurde, dachte er daran, das Haus zu verkaufen. Tochter Eva-Maria, seit 5 Jahren in der Wiener Werbeszene aktiv, wollte und konnte dabei nicht zuschauen: kam als Quereinsteigerin zurück, lernte schnell und übernahm das Haus 2002. Während dieser Zeit absolvierte Sie die Unternehmerakademie der ÖHV mit Auszeichnung, entdeckte ihre Liebe zum Wein; und wurde Mitglied des 1. Österreichischen Sommelierclubs. Jedoch musste sie feststellen, dass ein solches Haus sich nur mit einem verlässlichen und ebenso leidenschaftlichen Partner führen lässt, der damals noch auf sich warten liess.

Also verkaufte Werner Walch doch und ein anderer kam: Markus Kegele aus dem vorarlbergischen Brand bei Bludenz. Schon seine Urgroßeltern haben Zimmer vermietet, er absolvierte die Hotelfachschule in Innsbruck, arbeitete unter anderem in Genf, München, Amsterdam, auf der Insel Guernsey, leitete die Schweizer Bodenseeschifffahrt, führte in Brand und in Obergurgl Hotels” ich kann eigentlich nichts anderes”, gesteht er fröhlich, “und ich habe schon lange davon geträumt, selbständig zu sein!”

Von wegen “ich kann nichts anderes”, er schrieb mit einer Kollegin das Buch “Die Hotel- und Gastromacher”, das auf der Frankfurter Buchmesse mit einer Silbermedaille der Gastronomischen Akademie Deutschlands ausgezeichnet wurde. Gold bekam Jamie Oliver. Auch verdingte er sich in jüngeren Jahren als Skilehrer.

Und nun führte der kleine Gott Amor Regie: Als Markus Kegele das Mondschein gekauft hatte, konnte er es nicht gleich übernehmen, weil er noch ein halbes Jahr vertraglich in Obergurgl gebunden war. “Also führte Eva-Maria das Haus noch einen Winter lang – und in Zukunft werden wir das Mondschein gemeinsam führen, weil ich hier das richtige Haus und in Eva-Maria auch die richtige Frau gefunden habe!”

Im Schlager heißt es zwar Wunder gibt es immer wieder, aber Märchen wie das von Eva-Maria und Markus passieren doch eher selten. Zumindest in dieser Hinsicht muss man dieses Haus als echtes Romantik-Hotel bezeichnen mit seinen romatischen Zimmer und Arrangements, in dessen Mauern irgendwo noch Gott Amor herumlungert. Für einen romantischen Kurzurlaub oder ein romantisches Wochenende zu zweit ist dieses Hotel für Verliebte genau das Richtige.

Haupt-Text von Prof. Dr. Theo Schäfer

in Arlberg Das Kochbuch zur Region
erschienen im: Tre Torri Verlag GmbH

ISBN: 3-937963-19-7